"Wer etwas ändern will, muss etwas tun"

FDP-Oberbürgermeisterkandidat André Quaiser über Bürgernähe, Stadtmarketing, Lebensqualität und seine Pläne für Flöha

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Foto: Knut Berger

Flöha. Um den Posten des Flöhaer Oberbürgermeisters bewerben sich aktuell vier Personen. Die FDP will am 24. Februar André Quaiser nominieren. Knut Berger sprach mit dem Handwerksmeister.

"Freie Presse": Herr Quaiser, in der Stadt gibt es wegen der geplanten Aufnahme von 40 Flüchtlingen kontroverse Diskussionen. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

André Quaiser: Um es klar zu stellen: Personen, die politisch verfolgt werden oder wegen Krieg, dauerhaften Unruhen oder Terror um ihr Leben fürchten müssen, brauchen unsere Hilfe und sind willkommen. Ich denke dabei zum Beispiel an die Menschen aus den Kriegsgebieten Irak oder Syrien. Dann erwarte ich auch, dass sie sich wie gute Gäste bei uns verhalten.

Also sind Sie generell für die Aufnahme?

Nein. Denn die Personen, die nur aus wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen, müssen wieder nach Hause geschickt werden. Dabei ist natürlich jeder Einzelfall genau zu prüfen. Ich kritisiere allerdings, dass wir Bürger und Stadträte offiziell zu spät informiert wurden. Meinem Erkenntnisstand nach war die Problematik im Rathaus und Landkreis schon länger bekannt.

Zurück zu Ihrer Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters. Sie sind schon 2009 angetreten, gescheitert und wollen nun wieder kandidieren. Warum?

Weil sich in der Stadt etwas ändern muss. Ich denke dabei zum Beispiel daran, dass der Umgang mit den Bürgern und Unternehmen völlig neu geregelt werden muss. Zudem ist es dringend notwendig, ein Stadtmarketing aufzubauen und die örtlichen Dienstleister und Handwerker zu stärken. Die Einwohner sollen sich wieder mehr mit der Stadt identifizieren und mehr miteinander reden.

Aber die Stadt ist doch etwa mit ihrer Internetseite präsent.

Sicherlich macht auf diesem Gebiet auch Rathaussprecher Reiner Schirmer eine ganz tolle Arbeit. Aber das Thema ist viel zu komplex und muss deshalb im Zusammenhang mit dem Stadtmarketing ganz neu angepackt werden.

Wie stellen Sie sich das Stadtmarketing denn vor?

"Grünes Wohnen vor Chemnitz" wäre für mich ein Motto für unser Marketing. Damit könnten junge und ältere Bürger angesprochen werden, die in Chemnitz, Freiberg oder Dresden arbeiten, aber in unserer Stadt wohnen.

Womit wollen Sie argumentieren, um Familien zum Umzug nach Flöha zu bewegen?

Zum Beispiel mit unseren modernen öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Sportplätze und Sporthallen. Um sie jedoch auch richtig nutzen zu können, benötigen wir auch entsprechend viele Einwohner. Wenn die Einwohnerzahl jedoch weiter sinkt, sinken auch die finanziellen Zuwendungen, die die Stadt erhält. Und damit sinkt auch wieder etwas die Lebensqualität.

Wie wollen Sie denn die Bürger mehr in die Kommunalpolitik einbeziehen?

Die Gemeindeordnung lässt es zu, dass fachkundige Bürger in den Ausschüssen mitarbeiten können oder Beiräte gegründet werden. Zum Beispiel einen Bürgerbeirat für Stadtmarketing, in dem sich engagierte Bürger und Unternehmer einbringen können. Das ist aber in Flöha nicht der Fall und offenbar auch nicht gewollt. Zudem besteht die Möglichkeit, Bürgerversammlungen, wie zuletzt in Frankenberg, durchzuführen. Aber auch diese Art von Bürgerbeteiligung findet derzeit in der Stadt nicht statt.

Zur Lebensqualität gehört aber auch das Vergnügen!

Das ist vollkommen richtig. Deshalb träume ich seit Jahren davon, dass in Flöha ein Stadtfest stattfindet, an dem alle Vereine, alle Interessengruppen und alle Schulen an einem Strang ziehen. Leider hat man dass bisher in der Stadt nicht hinbekommen.

Soweit die Theorie, Aber wissen Sie denn, wie das praktisch umzusetzen wäre ?

Ich komme kommunalpolitisch nicht völlig unbedarft daher. Ich sitze seit 2004 im Stadtrat und war von 2008 bis 2014 Kreisrat. In der Vergangenheit habe ich auch auf Eigeninitiative hin an Wochenenden mehrere Lehrgänge besucht, um mich auf verwaltungstechnischem Gebiet weiterzubilden.

Warum haben Sie das gemacht?

Ganz einfach, um die Inhalte der Vorlagen oder des Haushaltes verstehen zu können. Nur um bei Abstimmungen die Hand zu heben, dafür habe ich mich nicht in den Stadtrat wählen lassen. Die Arbeit als Stadtrat sehe ich auch als ein Ehrenamt mit bestimmten Verpflichtungen. Einer meiner Grundsätze lautet: Wer was kritisiert, muss Vorbild sein, und wer etwas ändern will, muss etwas tun.

Bestreiten Sie den Wahlkampf alleine?

Nein, da kann ich mich auf vier Leute verlassen. Derzeit wird das Programm genau überarbeitet. Die Hauptinhalte - Stabilität des Haushaltes der Stadt, Stadtmarketing, Fertigstellung der Infrastrukturen in Flöha und Falkenau sowie mehr Bürgerdemokratie - stehen. Die Termine werden noch abgestimmt. Wann ich wo zu sprechen bin, wird noch detailliert bekannt gegeben. Und alle, die mich sofort sprechen wollen, wissen, wo ich wohne.

Was erwarten Sie von den Konkurrenten?

Zunächst wünsche ich allen Mitbewerbern einen reibungslosen Wahlkampf. Ich erhoffe mir dabei, dass es untereinander immer fair und gerecht zugeht.

Zur Person

Andre Quaiser (45) ist gebürtiger Falkenauer, wohnt aber seit Jahrzehnten in Flöha. Er erlernte die Berufe Industrieelektriker und Elektroinstallateur und ist seit 2001 als selbstständiger Handwerksmeister tätig.

Der Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters ist verheiratet und hat drei Kinder.

Der Unternehmer engagiert sich seit Jahren sehr stark in der Kommunalpolitik, sitzt seit 2004 im Flöhaer Stadtrat, ist in Mittelsachsen Kreisvorsitzender der FDP und zugleich stellvertretender Landesvorsitzender der Partei. (kbe)

 

Quelle: Freie Presse; erschienen am 20.02.2015; Link zum Artikel

 

André Quaiser zum Oberbürgermeisterkandidat gewählt

Die Mitglieder aus dem Ortsverband Flöha und Umgebung haben am 24.02.2015 Herrn André Quaiser zu ihrem Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 07. Juni 2015 gewählt.

Aktualisiert (Donnerstag, den 26. Februar 2015 um 18:29 Uhr)

 

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